DIE LINKE.Wesel: Corona: Landrat Brohl agiert unseriös

„Laut Medienberichten wurden in Tübingen mindestens mehrere hundert Tickets an gar nicht getestete Personen ausgegeben. Während dort deshalb Nachbesserungen umgesetzt werden, kopiert Ingo Brohl weiterhin das alte, unsichere und betrugsanfällige Verfahren“, kritisiert der Arzt Felix Ahls, der DIE LINKE im Gesundheitsausschuss des Weseler Kreistags vertritt. So könnten derzeit negative Testergebnisse auch einfach an Dritte weitergegeben werden, da eine Identitätsüberprüfung beispielsweise im Handel gar nicht durchgeführt werden könne.

Schnelltests sind unter bestimmten Umständen sinnvoll, beispielsweise wo Menschen zwangsläufig zusammenkommen und Kontakte sich nicht vermeiden lassen, wie etwa in Pflegeheimen“, so Felix Ahls. Sie seien aber keine Grundlage zur Ausweitung von Öffnungen und „kein Allheilmittel“: „Dass wir den Anstieg der Infektionszahlen durch das aktuelle Schnelltest-Konzept in den Griff kriegen, ist Augenwischerei.“

Als „vollkommen inakzeptabel“ bewertet der Vorsitzende der LINKEN-Fraktion im Kreistag, Sascha H. Wagner, zudem den Bewerbungsprozess des Kreises Wesel für ein ‚Öffnungsmodell‘.

„Ingo Brohl hat gestern, angeblich als Privatperson, der Jungen Union mitgeteilt, dass der Kreis die Bewerbung abgeschickt hat. Die politischen Gremien sind nicht darüber informiert worden“, ärgert sich Wagner. „Offenbar muss man jetzt der CDU oder der Jungen Union beitreten, um vom Privatmann Ingo Brohl zu erfahren, was der Landrat Ingo Brohl so treibt und verschweigt“. Für solche parteipolitischen Spielchen sei die Lage aber zu ernst, so Wagner.

In einer Anfrage an Landrat Ingo Brohl fordert DIE LINKE nun Aufklärung einerseits zum Verhalten des Landrats und hauptsächlich zu der Frage, wie die Verwaltung mit den Unwägbarkeiten bei den Ergebnissen und bei der Verwendung und Weitergabe von Testergebnissen umgehen will.

Nachrichtenquelle: Read More