Dr. Dietmar Bartsch, MdB: Schampus statt Seenplatte

Mit Mitte 20 ist Amthor in den Bundestag eingezogen. Wenige Monate später war das schon nicht mehr genug, er missbrauchte sein Mandat, um sich als Lobbyist für eine New Yorker Firma mit Sitz in der Steueroase und Briefkastenfirmenhochburg Delaware einzusetzen. Wir kämpfen im Bundestag gegen Steueroasen, selbst manche aus der Unionsfraktion, und er arbeitete für eine. Unfassbar!

Amthor spricht von einem Fehler. Was für eine Verniedlichung! Ein Fehler kann nicht fast zwei Jahre andauern. So lange war er zwischen St. Moritz, Korsika, New York oder auf dem Oktoberfest für eine US-Firma unterwegs, nicht für die Werften in M-V.

Einzelfall oder Struktur? Zumindest die Bilanz der CDU und CSU in dieser Legislaturperiode ist erschreckend: Millionenschwere Beraterverträge für externe Kumpels und frühere Kollegen unter Frau von der Leyen. Ein Megaschaden für den Steuerzahler beim Maut-Murks durch Verkehrsminister Scheuer und seine CSU-Vorgänger. Die Aserbaidschan-Affäre von Frau Strenz und jetzt Amthor. Der sich nicht entscheiden kann zwischen Seenplatte und Schampus, zwischen Parlament und Lobby, zwischen den Interessen der Bürgerinnen und Bürger Mecklenburg-Vorpommerns und den Interessen einer US-Firma. Wer hat die Rechnungen bezahlt? Die Flüge, die Übernachtungen, die teuren Essen? Amthor schweigt.

Er hat sich noch nicht einmal entschuldigt, vor allem nicht bei den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Verhalten schadet dem Ansehen der Politik, dem Ansehen des Deutschen Bundestages, dem Ansehen meines Heimatlandes Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn die CDU in Mecklenburg-Vorpommern Anstand besitzt, wird er nicht noch mit dem Landesvorsitz belohnt.

 

 

 

 

 

 

 


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