Dr. Kirsten Tackmann, MdB: Entfesselung der Gentech auf Kosten von Mensch und Natur macht LINKE nicht mit!

Es gilt das gesprochene Wort:

Thema dieser Debatte ist mal wieder die Gentechnik. Ein ebenso wichtiges wie kontroverses Thema. Denn es geht um die mehr oder weniger gezielte Veränderung des Erbguts von Lebewesen. Wobei ich mich als Tierärztin schon wundere, wie locker flockig darüber oft diskutiert wird. Denn am Erbgut sollte man nicht einfach so rumschrauben wie an einer Maschine! Und dass dabei immer nur Gutes rauskommt, gehört zu den Gentech-Mythen, die oft absichtsvoll verbreitet werden. Denn das Genom ist und funktioniert weit komplexer, als viele der Gentech – Diskussionen. Und es sind höchstens die Grundlagen seiner Funktionen bekannt. Deshalb sind die Folgen seiner technischen Veränderung eben oft nicht so gezielt und vorhersehbar, wie oft behauptet! Und es stellen sich ja auch ethische Fragen. Denn es geht um den Eingriff in den Bauplan des Lebens oder der Schöpfung, wie manche sagen. Damit wird auch die Tür zum „genetisch perfekten Menschen“ geöffnet. Gewollt oder ungewollt.

Das ist ein Alptraum! Umso mehr müssen Potenziale und Gefahren dieser Risikotechnologie sehr genau abgewogen werden! Aber die Gentech-Lobby verharmlost absichtsvoll die Risiken. Es wird zum Beispiel so getan, als gäbe es keinen Unterschied zwischen den kontrollierbaren Risiken der Gentechnik in geschlossenen Systemen, wie im Labor. Und den unkontrollierbaren Risiken bei gentechnisch veränderten, vermehrungsfähigen Organismen in der Land- und Forstwirtschaft oder der Fischerei.

Dabei ist unkontrollierte Ausbreitung keine Theorie. Gerade wurde ein gentechnisch veränderter Lein, Triffid genannt, in Baden-Württemberg gefunden. Vermutlich war schon das Saatgut verunreinigt. Er war zuletzt 2009 aufgetaucht und sorgte damals zu Rückrufaktionen in insgesamt 28 Ländern, schreibt der Informationsdienst Gentechnik. Auch solche Alptraum müssen verhindert werden! Gerade die Agrogentechnik ist also ganz klar eine Hochrisikotechnologie, die streng reguliert und kontrolliert gehört!

Zumal sich viele Heilsversprechen der Agrogentech-Lobby gar nicht erfüllt haben. Es ging wohl sowieso vor allem um Profitversprechen der Chemie- und Saatgutkonzerne. Und das ist inakzeptabel! Trotzdem feiern falsche Heilsversprechen mit den so genannten neuen gentechnischen Verfahren fröhliche Auferstehung. Wieder soll der Hunger auf der Welt beseitigt werden. Und jetzt muss auch die Klimakrise als Rechtfertigung herhalten. Das ist allzu durchsichtig!

Von Kritiker:innen wird dann gern Wissenschaftlichkeit eingefordert. Wobei natürlich nur das als wissenschaftlich gilt, was die eigenen Glaubenssätze bestätigt. Absurd. Die FDP will nun diese Risikotechnologie auch noch entfesseln. Ich übersetze das mal: der Schutz vor gesundheitlichen und ökologischen Gefahren soll aufgeweicht, um Profite zu  entfesseln. Das macht DIE LINKE selbstverständlich nicht mit.

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