Internationaler Frauentag: Frauensolidarität gegen das globale Patriarchat

Überall auf der Welt leisten Frauen auch während der Corona-Pandemie Widerstand gegen die physischen, kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Angriffe der kapitalistischen und patriarchalen Zivilisation. Militarismus, Nationalismus, religiöser Fundamentalismus, Sexismus und positivistische Wissenschaftsdoktrinen verurteilen Frauen und Völker auf der ganzen Welt zu einem Leben in Gewalt und Unfreiheit. Diese Angriffe auf die Körper, Leben und Gedanken von Frauen sind Teil eines umfassenden Krieges, um die historischen, kollektiven Errungenschaften von Frauen in den letzten Jahrzehnten zu untergraben und zu zerstören. Der Befreiungskampf der Frauen, der eine der radikalsten Positionen der globalen Bewegungen für Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit symbolisiert, wird von denselben Kräften angegriffen, die den Planeten zerstören, Kriege anzetteln und täglich Ausbeutung und Gewalt verbreiten.

 

Zunehmende Bedrohung durch nationalistischen Rückschritt

Die Bedrohung, die der Kampf der Frauen für das herrschende System darstellt, kann nicht geleugnet werden; der Anstieg von Morden gegen politische Frauen, die sich in ihren Ländern für einen Wandel engagieren, ist ein barbarisches Zeugnis hierfür. Es ist offensichtlich, dass die neuen transnationalen Allianzen, die zwischen Frauenbefreiungskämpfen gebildet werden, eine der größten Gefahren für das patriarchale System darstellen, das vom Kapitalismus und Nationalismus aufrechterhalten wird.

Der Aufstieg rechter Bewegungen und Regierungen hat zu systematischen Angriffen auf das Recht auf Abtreibung, auf Arbeit, auf gleichen Lohn und auf politische Organisierung gegen Unterdrückung geführt. Die neoliberale Politik wertet die Arbeit von Frauen weiter ab, bestärkt durch eine patriarchale Politik in vielen Teilen der Welt. Diese männerdominierte Solidarität ist ein Angriff auf Frauen und das Leben selbst. 

 

Corona entlarvt, was schon lange schiefläuft

Auch hierzulande hat die Corona-Pandemie ein systematisches Ungleichgewicht offenbart: So verteilt sich die Last zur Bekämpfung der Pandemie zumeist auf die Schultern der Frauen, ob es die Krankenschwester ist, die Altenpflegerin, die Kassiererin oder die Mutter im Home Office, die sich gleichzeitig um ihre Kinder im Home-Schooling kümmert. Gesellschaftlich müssen wir aus der Pandemie die Erfahrung ziehen, dass faire Bezahlung, Absicherung gegen Altersarmut und eine Anerkennung von unentgeltlichen Tätigkeiten immer noch keine Selbstverständlichkeiten darstellen. 

Gleichzeitig stiegen über das letzte Jahr die Zahlen von häuslicher Gewalt, Misshandlung und Femiziden in Deutschland an. Immer noch sind zu viele Frauen Opfer von Gewalt in ihren eigenen vier Wänden. Zu lange haben Vertreter*innen aus den Bundes- und Landesregierungen nur eine Politik betrieben, die die Symptome aber nicht die Ursachen bekämpft. Ein weiterer Beleg für patriarchal dominierte Machtstrukturen. Wir fordern eine umfassende Präventionspolitik, die strukturelle Ursachen ergründet und mit ausreichend finanziellen Mitteln Betroffenen Hilfe leistet. 

Wir rufen alle Frauen auf, sich auch in diesem Jahr am 8. März, dem Frauenkampftag, gegen Faschismus, Sexismus, Nationalismus und alle Formen von Gewalt und Rückständigkeit zu stellen. Lasst uns alle Hässlichkeiten des männerdominierten Systems entlarven und im gemeinsamen Kampf die Grundlagen für ein freies, gleichberechtigtes Leben in Würde und in allen Lebensbereichen schaffen.

 

Wir wünschen allen Frauen einen solidarischen 8. März!

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