Internationaler Tag der Menstruation

Der 28. Mai ist der internationale Tag der Menstruation. Dass es diesen Tag gibt, hat vor allem zwei Gründe: Dass viele Frauen* einmal im Monat ihre Periode haben, ist stark tabuisiert. Blut, Ausfluss, Unwohlsein, Schmerzen gehören für etliche in diesen Tagen zu ihrem Alltag, darüber gesprochen wird kaum und wenn, dann noch immer oft verschämt. Mit diesem Tag soll darüber hinaus aber auch daran erinnert werden, dass der Zugang zu Hygieneartikeln und Schmerzmitteln auch eine soziale Frage ist. In Deutschland sind diese Artikel im weltweiten Vergleich relativ erschwinglich und dennoch machen sich diese Kosten insbesondere bei Hartz IV-Empfänger*innen bemerkbar. Vor etwa einem Jahr wurde die Debatte um die sogenannte Tampon Tax angestoßen. Mit Erfolg: Der Mehrwertsteuersatz wurde von 19 auf 7 Prozent abgesenkt. Die Forderung nach kostenloser Vergabe von Tampons, Binden und anderen Menstruationsartikeln vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen bleibt aber weiterhin eine, deren Umsetzung noch erstritten werden muss.

Menstruationsarmut ist aber vor allem für junge Frauen und Mädchen im globalen Süden ein Problem: Weil sie sich die teuren Artikel nicht leisten können (in Uganda beispielsweise kostet eine Packung Binden im Schnitt zwei US-Dollar, was mehr ist als ein Drittel der Menschen dort pro Tag verdient), bleiben sie für die Dauer der Blutung zu Hause anstatt in die Schule oder arbeiten zu gehen. Die Fehlzeiten können zum Schulverweis oder zu massiven Einkommensverlusten führen.
Entgegen der Empfehlung der WHO stellt Deutschland nur 0,033 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BNP) für gesundheitsbezogene Entwicklungsarbeit bereit. DIE LINKE fordert die Bundesregierung schon lange auf, ihre internationale Verpflichtung endlich ernst zu nehmen und insgesamt 0,7 Prozent des BNP für die Entwicklungszusammenarbeit und davon 0,1 Prozent des BNP für die gesundheitsbezogene Entwicklungsarbeit zur Verfügung zu stellen.
Menstruationsartikel dürfen kein Luxus sein – weder hier noch weltweit.

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