Kathrin Vogler, MdB: Healthcare Not Warfare!

Die Welt ist im Ausnahmezustand und die Rüstungsausgaben steigen auf 1.981 Mrd. US-Dollar. Während sich die Menschheit der globalen Naturkatastrophe COVID-19 entgegenstemmt, feiern Militärs und Rüstungsindustrie den zweifelhaften Erfolg, dass sie im Pandemiejahr 2020 im Vergleich zu 2019 weiterhin ungestört ihre Aufrüstungsprogramme und Waffengeschäfte durchziehen konnten, siehe etwa Heckler & Koch (Umsatz +36 Mio. Euro), Airbus (Gewinn +95 Mio. Euro) oder Rheinmetall (Umsatz +201 Mio. Euro). Die deutschen Rüstungsausgaben (53 Mrd. Euro), so meldet SIPRI, sind 2020 gegenüber dem Vorjahr (51,4 Mrd. Euro) um 5,2 Prozent gestiegen, das ist der höchste Wert seit 1993. Damit rückt Deutschland von Platz 8 (2019) auf Platz 7 vor und reiht sich an prominenter Stelle in die Liste der sieben Staaten ein, die 67 Prozent aller Rüstungsausgaben weltweit zu verantworten haben.

Besonders bemerkenswert: Gerade im Sahel, wo die EU und auch Deutschland in Kooperation mit afrikanischen Armeen ihre militärische „Krisenbearbeitung“ skrupellos ins Werk setzen, gehen die Rüstungsausgaben laut SIPRI durch die Decke: 2020 verzeichnen die größten Ausgabensteigerungen die Sahel-Staaten Tschad (+31 Prozent), Mali (+22 Prozent), Mauretanien (+23 Prozent) und Nigeria (+29 Prozent).

Alle Fortschritte der letzten Jahrzehnte im Kampf gegen Armut, Unterernährung, Arbeitslosigkeit und Gesundheitsnotstände sind bedroht, auf allen Kontinenten bestimmen Hilflosigkeit und Zukunftsangst das Leben von Millionen Menschen. Es gibt kaum eine Kennzahl, die aktuell besser beschreibt, wie dringend notwendig es ist, weltweit für eine Politik der Entspannung und Abrüstung zu kämpfen und den Militärs den Geldhahn abzudrehen: Knapp 7 Prozent der im letzten Jahr für Rüstung ausgegebenen 1.981 Milliarden US-Dollar wären notwendig, um die komplette Weltbevölkerung gegen COVID-19 zu impfen …

Sharepic der „Global Campaign on Military Spending (GCOMS) United Kingdom

Infos zur diesjährigen Kampagne des International Peace Bureau „Global Days of Action on Military Spending“

 

 

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