Kathrin Vogler, MdB: Kreis Steinfurt möglicherweise als Endlager geeignet

Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kathrin Vogler, erklärt: „Wir sind im Suchverfahren für ein Endlager von Atommüll einen wichtigen Schritt weiter, denn die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Montag Ihren ersten Zwischenbericht veröffentlicht, in dem möglicherweise geeignete Regionen für die Endlagerung bekannt gegeben wurden. Nicht mehr dabei ist Gorleben. Damit ist eine erhebliche Belastung des Verfahrens aufgrund wisenschaftlicher Erkenntnisse abgeräumt.“ Durch die im Münsterland vorwiegenden Tongesteinschichten war es nicht wirklich überraschend, dass große Teile des Münsterlandes und damit auch der Kreis Steinfurt zu einem genauer zu untersuchenden Teilgebiet erklärt wurden. Bereits jetzt ist das Münsterland und seine Umgebung mit dem atomaren Erbe und dem Umgang mit diesem befasst. Derzeit wird schon Atommüll in oberirdischen Hallen in Ahaus gelagert und in Gronau und Lingen wird immer noch Atommüll produziert.

Mehr als 50 Prozent der Bundesrepublik gelten laut den Daten der BGE als mögliche geeignete Region für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll.

Auch wenn DIE LINKE die Atomenergie immer abgelehnt hat, geht es jetzt um die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt und darum, die Menschen vor den Risiken der hochradioaktiven Strahlungen, die von den atomaren Hinterlassenschaften ausgehen, zu schützen. Hierbei darf sich kein Bundesland aus der Verantwortung ziehen, wie es die Vereinbarung der bayerischen Landesregierung im Koalitionsvertrag, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager sei, vermuten lassen. Es kann kein gerechtes und gelingendes Verfahren geben, wenn weiterhin standortpolitische Interessen die Endlagersuche prägen.

Auch wenn jetzt bestätigt wurde, dass Gorleben kein geeignetes Endlager ist und somit aus dem Verfahren ist, werden derzeit die Sorgen größer, dass es kein transparentes Verfahren geben wird, denn ausgerechnet für das angeblich „transparente“ Verfahren können die privaten Grundlagendaten mit dem Zwischenbericht nicht veröffentlicht werden und von Augenhöhe bei der Beteiligung der Öffentlichkeit kann derzeit nicht die Rede sein. Die berechtigten Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger müssen ernst genommen werden. Rein virtuelle Beteiligungsmöglichkeiten mit beschränktem Zugang sind dafür nicht geeignet.

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