Kersten Steinke, MdB: Einzelhandel nutzt Pandemie zu Lohndumping

Mitarbeiter in deutschen Supermärkten haben in diesem Jahr weniger verdient als im Vorjahr. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die von der Bundestagsfraktion Die Linke abgefragt wurden. Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, kritisiert das scharf: „In Krisenzeiten wirft das kein gutes Licht auf die Einzelhandelsketten. Es kann nicht sein, dass sich Eigentümer von Aldi, Lidl, Rewe und Edeka in der Corona-Krise die Taschen vollhauen und bei den Verkäuferinnen und Verkäufern, die täglich am Anschlag arbeiten und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, kommt nichts an. Diejenigen, die das Land am Laufen halten, werden hier schamlos ausgenutzt. Was wir brauchen sind spürbare Lohnerhöhungen für die Heldinnen und Helden des Alltags.“ Der durchschnittliche monatliche Bruttoverdienst von Beschäftigten in Lebensmittelläden und Supermärkten fiel von 1471 Euro im zweiten Quartal 2019 auf 1411 Euro im zweiten Quartal dieses Jahres, so das Statistische Bundesamt. Das entspricht einem Rückgang von 60 Euro oder rund vier Prozent. Bei Vollzeitbeschäftigten fiel der Rückgang noch deutlicher aus: Für sie sank der durchschnittliche monatliche Bruttolohn von 2421 Euro im zweiten Quartal 2019 auf 2254 Euro im zweiten Quartal dieses Jahres. Das sind 167 Euro oder knapp sieben Prozent weniger.

Kersten Steinke, 25.11.2020

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