Kurzarbeitergeld muss deutlich erhöht werden

Laut Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes der
Bundesagentur für Arbeit wird für Beschäftigte ohne Kinder in der Steuerklasse
1 im Falle eines Arbeitsausfalls von 100 Prozent erst ab einem
Bruttoarbeitsentgelt von 2.450 Euro ein Leistungssatz beim Kurzarbeitergeld von
über 1.000 Euro erreicht, nämlich genau 1.005,57 Euro.

Ende 2018 gab es bundesweit
4.141.034 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte, die ein Entgelt
unter der bundeseinheitlichen Schwelle des unteren Entgeltbereiches von 2.203 Euro erhielten und somit
im Niedriglohnbereich arbeiteten, nahezu jede/r fünfte (19,3 Prozent)
Vollzeitbeschäftigte, in Ostdeutschland waren es sogar 32,1 Prozent.  Sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte im
„Spiel-, Wett- und Lotteriewesen“ (1.819 Euro), in der „Erbringung von
sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen“ (1.843 Euro), in der
„Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ (1.866 Euro) und in der
„Gastronomie“ (1.889 Euro) verfügten in Deutschland Ende 2018 über das
geringste Medianentgelt.

Der
Anteil von nur in Teilzeit Beschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten lag im vergangenen Jahr bei 28,6 Prozent, in absoluter Zahl 9,55
Millionen.  

Dies geht aus Angaben der Bundesagentur für Arbeit
hervor, die die Bundestagsabgeordnete Sabine
Zimmermann hinsichtlich der Corona-Krise und der explosionsartig
gestiegenen Nachfrage nach Kurzarbeit ausgewertet hat.

Dazu erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion
DIE LINKE:

„Das Kurzarbeitergeld muss auf 90 Prozent des
monatlichen Nettoentgelts erhöht werden. Sonst kommen Menschen mit
unterdurchschnittlichem Lohnniveau und in Teilzeit in finanzielle Bedrängnis
und existenzielle Nöte. Und davon gibt es leider viel zu viele. Aber selbst für
Durchschnittsverdienerinnen und -verdiener ist das Kurzarbeitergeld zu knapp
bemessen und alles andere als lebensstandardsichernd. Das Kurzarbeitergeld auf
freiwilliger Basis und per Tarifvertrag aufzustocken reicht nicht. Viele
Beschäftigte fallen nicht unter Tarifverträge und oft gibt es in Tarifverträgen
keine aufstockenden Regelungen. Die Bundesregierung muss verhindern, dass
Millionen Beschäftigte in dieser Krise zum Sozialfall werden. Eine
arbeitsmarkt- und sozialpolitische Katastrophe muss verhindert werden.“

Laut Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes der Bundesagentur für Arbeit wird für Beschäftigte ohne Kinder in der Steuerklasse 1 im Falle eines Arbeitsausfalls von 100 Prozent erst ab einem Bruttoarbeitsentgelt von 2.450 Euro ein Leistungssatz beim Kurzarbeitergeld von über 1.000 Euro erreicht, nämlich genau 1.005,57 Euro. Ende 2018 gab es bundesweit 4.141.034 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte, dieRead More