Linksfraktion: 50 Jahre BAföG: Grundlegender Reformbedarf für mehr Studienförderung

„Ich frage mich ernsthaft, wie Frau Karliczek bei diesem BAföG-Niedergang zum Feiern zumute sein kann. Angesichts des Absturzes der Förderungsquoten hat dieses Jubiläum einen überaus faden Beigeschmack“, erklärt Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf das Jubiläum des 1971 in Kraft getretenen Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG). Nicole Gohlke weiter:

„Die letzte BAföG-Novelle war nichts als heiße Luft, denn mit jedem Haushaltsabschluss schrumpfen die Ausgaben. Dabei warten Hunderttausende Studierende in der Coronakrise immer noch auf einen wirkungsvollen Rettungsschirm. Wenn die Bundesregierung so weitermacht, ist das BAföG in zehn Jahren Geschichte.

Die Bildungsministerin schmückt sich außerdem mit fremden Federn. Die rosigen Zeiten der Studienförderung liegen drei Jahrzehnte zurück. Das heutige Studium auf Basis von reichen Eltern und Nebenjobs geht auf Kosten der Chancengleichheit und Ausbildungsqualität. Damit das BAföG wieder zum Garanten für Bildungsgerechtigkeit wird, muss die nächste Reform schnell angegangen werden und die Verdopplung der Förderungen zum Ziel haben. Die Einkommensfreibeträge der Eltern gehören kräftig angehoben, und die Zuschüsse müssen auch für die explodierenden Mieten reichen. Nur so werden wir die sozialen Hürden auf dem Weg zum Studium abbauen und mehr Kinder aus Arbeiterfamilien an die Hochschulen bringen.“

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