Linksfraktion.Brandenburg: Kinderarmut: Endlich handeln!

2,8 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf – mehr als jeder fünfte Heranwachsende. Eine Analyse warnt vor einer Verschärfung infolge der Corona-Krise. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende Kathrin Dannenberg:

Kinderarmut in Deutschland ist seit Jahren ein wachsendes Problem. Obwohl dies der Politik bekannt ist und Lösungsvorschläge auf dem Tisch liegen, passiert wenig. Als Linke fordern wir seit langem, das Kindergeld umgehend auf 328 Euro zu erhöhen und eine Kindergrundsicherung von 564 Euro einzuführen.

Auch in Brandenburg verschärft die Corona Krise die ohnehin schon schwere Situation der Familien, besonders wer alleinstehend ist, in Teilzeit oder als Minijobber arbeitet. Wer zu dieser Gruppe gehört, verliert als Erster seinen Job oder bekommt nur vergleichsweise wenig beziehungsweise gar kein Kurzarbeitergeld. Die Armut der Kinder resultiert daher auch immer aus der Armut der Familien.

Viele außerhäusliche Unterstützungsangebote staatlicher oder zivilgesellschaftlicher Natur konnten während des Corona-Lockdowns nicht fortgesetzt werden – mit Folgen für die bedürftigsten Kinder und Jugendlichen. Auch beim Homeschooling sind Kinder aus armen Verhältnissen benachteiligt, verfügen sie doch seltener über die notwendige technische Ausstattung und haben zum Teil auch keine Rückzugsräume zum ungestörten Lernen. 24 Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug haben keinen internetfähigen PC im Haushalt, 13 Prozent keinen ruhigen Platz zum Lernen. Fast die Hälfte der Kinder wohnt in einer Wohnung, in der nicht ausreichend Zimmer zur Verfügung stehen.

Dazu kommt, dass die Bundesregierung die ab 2021 geplanten Regelsätze für Hartz IV Bezieher in unhaltbarer Weise kleinrechnet. Tatsächlich müsste der Regelsatz bei über 600 Euro liegen, geringe 439 Euro sind aber nur vorgesehen. Die Leistungen für Kinder und Jugendliche liegen dabei sogar noch darunter.

Das ist inakzeptabel. Als derzeitigen Vorsitzenden des Bundesrates fordern wir Ministerpräsidenten Woidke auf, sich für die notwendigen Erhöhungen einzusetzen.

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