Linksfraktion: Einsatz von Chemiewaffen aus Nazi-Deutschland beim Dersim-Massaker aufklären

„Die Bundesregierung muss endlich die mögliche Mitschuld des Dritten Reiches am Dersim-Massaker 1937 in der Türkei aufarbeiten“, erklärt Helin Evrim Sommer, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, anlässlich des Jahrestags zum Beginn des Dersim-Massakers 1937 in der Türkei am 4. Mai. Sommer weiter:

„Nazi-Deutschland und die Türkei kooperierten bei den Massakern in Dersim in den Jahren 1937 und 1938. Mehr als 70 000 Alevitinnen und Aleviten in der Dersim-Region wurden durch das türkische Militär erschossen oder verbrannt. Die unter ihnen, die flüchten und sich in der Bergregion verstecken konnten, wurden wahrscheinlich mit Giftgas aus Nazi-Deutschland ermordet. Das legen Dokumente aus türkischen Staatsarchiven nahe.

Trotz dieser Dokumente weigert sich die Bundesregierung, dieses dunkle Kapitel aufzuarbeiten. Stattdessen schiebt sie die alleinige Verantwortung der Türkei zu und verweist darauf, dass die Aufarbeitung vor Ort geschehen muss. Die Bundesregierung muss den NATO-Partner Türkei auffordern, Geheimakten aus staatlichen Archiven der Türkei unabhängigen Historikern zugänglich zu machen. Erst dann kann das Dersim-Massaker historisch und politisch aufgearbeitet werden.

84 Jahre nach den Verbrechen wäre das ein überfälliger Akt. Nur so kann die Würde der Opfer wiederhergestellt und ein Versöhnungsprozess in die Wege geleitet werden.“

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