Linksfraktion.Hamburg: Frauen in der Krise eine Stimme geben – Gender Studies etablieren

Frauen müssen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verstärkt Haus – und Sorgearbeit leisten. Sie wird ihnen nicht bezahlt – und zählt daher nicht als ‚systemrelevante‘ Arbeit. Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert deshalb morgen im Gleichstellungsausschuss mit einem Antrag (Drs. 22/225) den Ausbau der Gender – und Queerstudies an Hamburger Hochschulen. Dadurch soll dem gesellschaftlichen Wirken von Frauen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Wir müssen das öffentliche Schweigen über die Mehrbelastung von Frauen während der Krise durchbrechen. Dafür brauchen wir gezielt erforschte Erkenntnisse, um Debatten über die soziale Schieflage zwischen den Geschlechtern anzustoßen. Die Etablierung der Gender – und Queerstudies ist hierfür notwendiger denn je!“, erklärt Stephanie Rose, die wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion.

Die Krise drängt Frauen stärker in die traditionelle Hausfrau-Rolle und in die finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann zurück. Einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zur Folge sind Frauen stärker als Männer in den am meisten vom Lockdown betroffenen Industriezweigen vertreten – wie der Gastronomie und den Kulturbereichen. Auch deshalb wurde die Kinderbetreuung in der Hälfte der Haushalte zunächst allein von Frauen übernommen. „Frauen dürfen nicht die Letzten sein, an die vor sowie während Krisenzeiten gedacht wird. Stattdessen müssen wir Strukturen dafür schaffen, damit bezahlte und unbezahlte Arbeit von allen Geschlechtern zu gleichen Teilen übernommen wird!“, fordert Rose. Die Gender – und Queerstudies können dazu beitragen alternative Lebensmodelle zu entwickeln, die beispielsweise gleichen Lohn für gleiche Arbeit und ausreichend Väterurlaub beinhalten.  Rose: „Wir müssen eine gleichgestellte, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichen. Die Stärkung der Wissenschaft kann dazu beitragen, Lösungen zu entwickeln und Frauen eine starke Stimme zu geben. Nur so können wir den durch die Krise angestiegenen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern entgegenwirken!“

 

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