Linksfraktion.Hamburg: In der Corona-Krise nimmt häusliche Gewalt gegen Frauen zu: Schutzräume stärken und ausbauen!

Der diesjährige Aufruf zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020 richtet sich an FrauenLesbenInterNichtbinäreTrans-Personen (FLINT*). Für alle gilt gleichermaßen: Sie sind in der Corona-Krise besonders in Gefahr, Opfer von Gewalt zu werden. Deshalb beantragt die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft zur auf diesen Tag fallenden Bürgerschaftssitzung, dass die Beratungs-, Vernetzungs- und Schutzangebote für FLINT* gewährleistet und gestärkt werden (Drs. 22/2143).

Carola Ensslen, queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion, fordert: „Aus den Beratungsstellen ist zu hören, dass mehr Menschen sich wegen Gewalterfahrungen, aber auch wegen psychischer Probleme Hilfe suchen. Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverminderungen und Schließung von Treffpunkten: Damit fallen eben auch die Schutzräume weg. In der Folge nimmt die Einsamkeit zu und in häuslicher Enge verschärfen sich zwischenmenschliche Spannungen und die Gewalt steigt an. Es ist daher wichtig, Beratungs- und Vernetzungsstrukturen aufrecht zu erhalten und stärker finanziell zu fördern, damit Angebote – auch digitale – ausgebaut werden können“.

Cansu Özdemir, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Frauen werden dazu erzogen Angst vor dem Draußen zu haben – Angst vor der einsamen Straße oder dem dunklen Park. Dabei ist nach wie vor das eigene nahe Umfeld und die eigene Wohnung der gefährlichste Ort für viele Frauen. Die Gewalt, die dort stattfindet, bleibt oft unsichtbar und ist noch immer tabuisiert. Die Corona-Pandemie und die existenziellen Sorgen, die sie mit sich bringt, aber auch die soziale Isolation verschärfen das Risiko für viele Frauen, männlicher Gewalt ausgesetzt zu sein. Umso wichtiger ist es, am 25.11 solidarisch auf die Straße zu gehen, das Problem patriarchaler Gewalt laut zu benennen und sich als FLINT* gegenseitig zu stärken.”

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