Linksfraktion.Hamburg: Prekäre Beschäftigung am Flughafen: Tarifverträge für alle!

Der Hamburger Flughafen muss mit massiven Umsatzeinbußen kämpfen. Ein Großteil der Beschäftigten wurde in Kurzarbeit geschickt und erhält ein aufgestocktes Kurzarbeitergeld in Höhe von 90% des Einkommens. Deutlich schlechter gestellt sind die rund 400 Beschäftigten des Bodendienstleisters Aviation Handling Services (AHS) – denn die AHS ist nicht Teil des Tarifvertrags der Flughafengruppe. Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert jetzt mit einem Antrag, die AHS in das tarifliche Gefüge der Flughafengruppe aufzunehmen. „Die Beschäftigten bei AHS dürfen nicht schlechter gestellt werden als andere Beschäftigte am Flughafen. Wir wollen daher die AHS-Beschäftigten an den Flughafen angliedern“, erklärt Stephan Jersch, tourismuspolitischer Sprecher der Fraktion.

Die AHS-Beschäftigten erhalten kein aufgestocktes Kurzarbeitergeld. Dabei verdienen sie ohnehin viel weniger und oft sogar unter dem schon niedrigen hamburgischen Mindestlohn von 12 Euro. Noch schlimmer seien diejenigen getroffen, die befristete Verträge hatten und deren Arbeitsplätze in der Krise als erstes gestrichen wurden. „Hier werden Mitarbeitende der AHS ganz klar gegenüber anderen Beschäftigten am Flughafen benachteiligt“, kritisiert Jersch. „Und das Ganze, weil die Konzernstruktur am Flughafen bewusst undurchsichtig ist. Die Flughafengesellschaft hält heute schon über ihre Beteiligungen deutlich mehr als 60% an der AHS Hamburg. Warum Sie dann so tut, als gehörten ihre Mitarbeitenden nicht zum Flughafen, ist völlig unverständlich.“

Über Jahre hinweg seien Gewinne der AHS Hamburg an die Gesellschafter ausgeschüttet worden – darunter auch andere Flughäfen und Private. „Doch wenn es jetzt um die Rettung geht, steht die öffentliche Hand alleine da. So werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert“, so Jersch. Statt einer teils privaten Gesellschaft Risikodarlehen zu geben, sollte der Senat prüfen, wie es möglich ist, die AHS in Übereinstimmung mit dem europäischen Wettbewerbsrecht zu kaufen.

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