Linksfraktion.Hessen: Arbeitsüberlastung in der Psychiatrie

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Nachdem ein Patient aufgrund eines medizinischen Fehlers in der Vitosklinik in Heppenheim gestorben ist, berichtet die Frankfurter Rundschau heute, dass die Verfahren gegen Stationsarzt und Oberärztin gegen Geldauflagen eingestellt wurden. Dazu erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist tragisch, wenn jemand sterben muss, weil Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal überarbeitet sind. So ist es anscheinend in der Vitosklinik Heppenheim geschehen. Der angeklagte Stationsarzt informierte in der Gerichtsverhandlung, dass die falsche Medikation geschehen sei, als er alleine für neun Stationen und 180 Betten zuständig war. Ein 78jähriger Patient musste deshalb qualvoll sterben. Es ist leider nicht der einzige Fall, bei dem es zu einer falschen Medikation in dieser Klinik kam. Bereits 2016 wurde dem Darmstädter Marco Müller unter Zwang ein Medikament gegeben. Seitdem sitzt er im Rollstuhl.“

Die Personalsituation in psychiatrischen Kliniken müsse dringend verbessert sowie für eine leitliniengerechte Behandlung gesorgt werden, so Böhm.

„Eine gute Behandlung ist nur bei genügend Personal möglich. Den Beschäftigten muss die Zeit zur Verfügung stehen, sich mit den Patientinnen und Patienten, deren Vorgeschichte, den Familien und dem Umfeld beschäftigen zu können, um danach eine gute und wirksame Therapie zu entwickeln. Gerade die Medikamentengabe ist eine sehr sensible Angelegenheit. Es gilt, die Forderungen von Psychiatrieerfahrenen nach einer niedrigen Dosierung, gerade von Psychopharmaka, zu unterstützen.“

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