Linksfraktion.Hessen: Desaströse Situation der Saisonarbeitskräfte auf den Spargelfeldern – Landesregierung darf nicht weiter wegschauen

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Zur heutigen Aktuellen Stunde der LINKEN zur Situation der Erntehelferinnen und Erntehelfer in Hessen, insbesondere in der Corona-Zeit, erklärt Janine Wissler, Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„300.000 Saisonkräfte kommen jedes Jahr nach Deutschland, um hier Knochenarbeit auf den Feldern zu leisten. In der Corona-Zeit ist ihre Situation noch schlechter als schon zuvor: es gibt weniger Arbeitskräfte, die gleiche Arbeit verteilt sich auf weniger Schulter, das Infektionsrisiko in den Sammelunterkünften ist sehr hoch. Die Bundesregierung hat jetzt unter Druck der Agrarlobby sogar noch dafür gesorgt, dass noch mehr ohne Krankenversicherung arbeiten müssen – und das mitten in der Pandemie.“

Dass die Situation der Saisonkräfte ‚sehr gut‘ sei, wie Minister Klose noch kürzlich mitgeteilt habe –  davon könne keine Rede sein, so Wissler. In der Praxis seien Saisonkräfte oft noch rechtloser als auf dem Papier. Wer sich beschwere, riskiere, fristlos gefeuert zu werden und sogar den bereits verdienten Lohn zu verlieren.

„Auf dem Papier gilt der Mindestlohn, aber oft gibt es so hohe Abzüge für Verpflegung und Unterkunft, Kleidung oder Arbeitsgerät, dass kaum etwas übrig bleibt. So wird der Mindestlohn untergraben. Diese Zustände sind keine bedauerliche Ausnahme, sondern gehören vielerorts zum Geschäftsmodell. Nötig wären gesetzliche Regelungen, wie verpflichtende Einzelzimmer, kostenlose Masken und Corona-Tests. Außerdem braucht es regelmäßige Kontrollen durch die Behörden. Einmal pro Saison stichprobenartig reicht nicht aus. Hier ist auch die Landesregierung in der Pflicht.“

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