Linksfraktion.Hessen: Diskussion um Homeoffice. Mobiles Arbeiten muss umgehend Pflicht werden – wo immer möglich

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Zur Diskussion um die Ausweitung von Homeoffice erklärt Janine Wissler, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„In der Arbeitswelt und auf dem Weg dahin in Bussen und Bahnen treffen tagtäglich vollkommen unnötigerweise weiter tausende Menschen aufeinander. Das ist ein absoluter Widerspruch zur Vorgabe der Kontaktreduzierungen. Nach Erhebungen der Böckler-Stiftung waren im November nur 14 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice. Selbst das wirtschaftsnahe ifo-Institut hält 40 Prozent mobiles Arbeiten ohne Weiteres für möglich. Viele Arbeitgeber legen also offensichtlich nicht ausreichend Wert auf Arbeits- und Gesundheitsschutz für ihre Beschäftigten. Deshalb muss dringend eine Verpflichtung zu mobilem Arbeiten für die Arbeitgeberseite ergehen. Sie müssen die entsprechenden technischen Voraussetzungen sofort schaffen und es muss eine Begründungspflicht für die Ablehnung geben. Ausnahmen dürfen nur zugelassen werden, wenn Beschäftigte das mobile Arbeiten ablehnen oder die Tätigkeit nachweislich nicht im Homeoffice realisierbar ist. Unsinnig sind aktuell auch die Verpflichtungen der Jobcenter, an Präsenzmaßnahmen teilzunehmen.

Sollte sich die Wirtschaft weiter sträuben, ihren Beitrag zum Infektionsschutz zu leisten, muss auch ihnen klar sein: Die Konsequenz kann irgendwann ein deutlich härterer Einschnitt sein, wenn die Zahlen nicht deutlich gesenkt werden.“

Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag, ergänzt:

„Homeoffice ist keine Ersatzkinderbetreuung. Die Posse um die versprochenen, aber bisher nicht absehbaren zusätzlichen Kinderkrankengeldtage zeigen deutlich, dass das Wohl der Familien den wirtschaftlichen Interessen klar untergeordnet wird. Der Verzicht auf ein Betretungsverbot ist zudem nichts anderes als die Aufforderung zum Sozialbetrug, weil Eltern sich für ihre Kinder krankmelden sollen, die es überhaupt nicht sind.

Die Regierenden müssen sich endlich entscheiden, wo ihre Prioritäten liegen: Bei den Gewinninteressen der Wirtschaft oder beim gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

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