Linksfraktion.Hessen: Hebammen: Akademisierung löst kein einziges strukturelles Problem

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Anlässlich der Landtagsdebatte zum Setzpunkt der Grünen zur Akademisierung der Hebammenausbildung erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die vollständige Akademisierung der Hebammenausbildung ist ein überfälliger Schritt. Der Ausbau um 22 zusätzliche Ausbildungsplätze ist jedoch vollkommen unzureichend angesichts des großen Hebammenmangels, wie ihn auch das landeseigene Gutachten zur Hebammenversorgung festgestellt hat. Unklar bleibt auch, warum die erprobte Ausbildungskooperation zwischen der Hochschule Fulda und Kassel beendet wurde und damit in Nordhessen keine Hebammen mehr ausgebildet werden.“

Böhm betont zugleich, dass die Aufwertung der Hebammenausbildung noch keines der grundlegenden Versorgungsprobleme löse.

„Von einer Eins-zu-Eins-Betreuung bei der Geburt sind wir in Hessen weit entfernt. Die Kaiserschnittrate ist exorbitant hoch. Das hat auch mit einem vollkommen falschen Vergütungssystem und immer weiteren Wegen zu Geburtskliniken zu tun: seit 2008 wurde ein Drittel aller hessischen Geburtsstationen geschlossen. Von flächendeckender Versorgung kann angesichts dieser Zahlen keine Rede sein.

Leider schätzt die Landesregierung die Empfehlungen des eigenen Gutachtens gering, verweigert wirkliche Planung und Strukturvorgaben. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen sind weiterhin schlecht. So bleibt die notwendige Akademisierung Stückwerk und der Hebammenmangel auch zukünftig ein massives Problem für angehende Eltern.“

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