Linksfraktion.Hessen: Impfchaos: Es fehlt nicht nur an Impfdosen, sondern auch an klaren Leitlinien

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Zum holprigen Impfstart erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist und bleibt eine gute Nachricht, dass seit dem 27. Dezember die ersten Impfungen erfolgen. Dass nicht alles in der größten Impfkampagne der Menschheitsgeschichte fehlerfrei anlaufen kann, wird niemanden überraschen. Dennoch sind kritische Nachfragen notwendig.

Warum dauert die Umrüstung des ehemaligen Novartis-Geländes bei Marburg zur Impfstoffherstellung durch Biontech deutlich länger als die Zulassung eines Impfstoffes? Warum waren die Kommunen gezwungen, im Eilverfahren Impfzentren aufzubauen, wenn doch mit Blick auf die zugesagten Impfdosen absehbar war, dass diese zunächst überhaupt nicht eingesetzt werden können? Warum kommen im Januar nur die regionalen Impfzentren in Betrieb, obwohl gerade für über 80-Jährige die Anfahrtswege dann sehr weit und umständlich sind?“

Zudem erreichen sie zunehmend verunsicherte Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern zu Unklarheiten der Impfreihenfolge, auf die es offensichtlich keine Antworten gäbe, so Böhm.

„Es ist unstrittig, dass die Pflegeeinrichtungen samt Personal als Hotspots vollkommen zu Recht möglichst schnell und umfassend zu impfen sind. Aber wie geht es dann weiter? Die meisten zu pflegenden Menschen sind nicht in Heimen, sondern in familiärer Betreuung. Viele pflegende Angehörige wünschen sich, dass sie zeitnah Zugang zu Impfungen erhalten. Sie fürchten jeden Tag, unwissentlich ihre Lieben anzustecken oder als Pflegepersonen auszufallen. Bisher sind diese Personen jedoch außen vor.

Auch jüngere Menschen mit chronischen Vorerkrankungen und einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf brauchen einen schnelleren Zugang zu Impfungen. Hier ist die schwarzgrüne Landesregierung aufgefordert, zu handeln.“

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