Linksfraktion.Hessen: Lohngleichheit der Geschlechter erfordert politischen Willen und Handeln

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Anlässlich des Equal Pay Days und des Internationalen Frauentages hat die Fraktion DIE LINKE. das Thema Lohnungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zum Setzpunkt gemacht. Hierzu erklärt Christiane Böhm, frauen- und gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Wenn Frauen weniger verdienen und später viel häufiger von Armutsrenten betroffen sind, liegt das nicht an den Frauen, sondern an strukturellen Ursachen. Frauen erhalten oft keine gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit. Mütter haben über ihr Erwerbsleben hinweg 60 Prozent weniger Einkommen als kinderlose Frauen, bei Männern gibt es den Unterschied nicht. Ungerechte Verteilung der Sorgearbeit in den Familien und unzureichende soziale Strukturen verhindern, dass Frauen Sorgearbeit und (Vollzeit-)Berufstätigkeit vereinbaren können. Auch die hessische Landesregierung ist mit Blick auf die Vergabe von Führungspositionen in den Ministerien noch weit von einer Vorbildwirkung entfernt.“

Böhm betont, dass auf allen Ebenen – von der Kommune bis zur Europäischen Union – entschlossen gegen die fortgesetzte Schlechterstellung von Frauen vorgegangen werden muss.

„Hessen hat noch viele Aufgaben auf dem Tisch: Das beginnt beim Hessischen Lohnatlas, der Teilzeitbeschäftigung außen vorlässt und damit die Lebens- und Arbeitsrealität der Hälfte der Frauen überhaupt nicht einbezieht, und hört bei einer anderen Förder- und Beförderungspolitik in den Ministerien noch lange nicht auf. Stattdessen wird in einer aktuellen Vorlage das Hessische Vergabegesetz bei den sozialen Kriterien weiter aufgeweicht. Schwarzgrün muss sich auch über den Bundesrat deutlich stärker für Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern einsetzen, sei es für die Abschaffung der Minijobs, einen existenzsichernden Mindestlohn oder einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege. Sonst bleibt es beim schwarzgrünen Arbeitsmotto: Groß in den Worten und klein in den Taten.“

Hinweis: Den Antrag „Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern entschieden entgegentreten“ (Drs. 20/5249) finden Sie im Anhang.

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