Linksfraktion.Hessen: Mehr Erzieherinnen und Erzieher sind gut – aber wie lange bleiben sie?

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Zur erfreulichen Mitteilung steigender Zahlen in der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher erklärt Christiane Böhm, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist eine gute Nachricht, dass die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) so gut angenommen wird. Hier sollte das Land deshalb noch mal draufsatteln, denn es herrscht bereits jetzt ein an vielen Orten chronischer Fachkräftemangel in den hessischen Kitas und dieser wird durch Renteneintritte weiter zunehmen. Für Schritte in diese Richtung hätte Sozialminister Kai Klose unsere volle Unterstützung, denn jeder Euro, der in gute Kita-Qualität fließt, zahlt sich später mehrfach für die Gesellschaft aus. Ein wesentlicher Hebel wird die Ausbildungsvergütung sein, da sich niemand eine mehrjährige Ausbildung ohne finanzielle Absicherung leisten kann.“

Gerade in der aktuellen Pandemie-Situation liege auch in den Kitas sehr viel im Argen, so Böhm. Erinnert sei hier an die aktuelle Petition einer Erzieherin, die innerhalb kürzester Zeit 28.000 Menschen unterzeichnet hätten.

„Der Gesundheitsschutz muss in den Kitas eine noch deutlich höhere Priorität erhalten. DIE LINKE erwartet vom Sozialministerium, dass alle Erzieherinnen und Erzieher umgehend ein Impfangebot erhalten und in den Kitas mit Selbst- und Schnelltests mehr Sicherheit gerade vor der Übertragung der britischen Mutante des Virus geschaffen wird.

Auch die Auszubildenden brauchen möglichst vor der Praxisphase ein Impfangebot. Dies wäre ein Mindestmaß an Wertschätzung der geleisteten Arbeit, gerade auch für diejenigen, die aktuell weiterhin Schulgeld zahlen müssen und keine Vergütung erhalten. Ohne solche unterstützenden Maßnahmen droht uns ein weiterer Fachkräfteverlust. Dies zeigt nicht zuletzt eine aktuelle Studie der Hochschule Fulda, nach der ein Drittel aller Beschäftigten der Sozialen Arbeit überlegt, das Berufsfeld dauerhaft zu verlassen. Auch hier gilt leider: In Hessen sind viele der Beschäftigten trotz unvermeidlicher persönlicher Kontakte weiterhin bei den Impfungen nicht priorisiert. Es wird Zeit, diese Impflücken endlich zu schließen.“

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