Linksfraktion.Hessen: Pflege: Ressourcen schonen, Personal entlasten und zurückgewinnen

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Anlässlich der zahlreichen Hilferufe aus dem Pflegebereich erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Unser Gesundheitssystem scheitert nicht an Betten- und Beatmungskapazitäten, sondern – wie schon seit Jahren von uns beklagt – am fortgesetzten Pflegenotstand. Allein in Hessen fehlen laut ver.di rund 11.000 Pflegekräfte für den normalen Betrieb, also ganz ohne Pandemie. Dieses System war schon lange auf Kante genäht. Nun auf ein Internetportal als angebliche Lösung zu verweisen, wie es Minister Kai Kose heute getan hat, führt nur weiter in die Irre.“

Böhm verlangt gezielte Maßnahmen und Schritte, um jetzt Verbesserungen und Entlastungen zu schaffen:

„Testkapazitäten müssen tatsächlich eingesetzt werden, um regelmäßig das Gesundheitspersonal zu testen und wenigstens den psychischen Druck zu verringern. Nicht-pflegerische Tätigkeiten müssen vom belasteten Personal ferngehalten und durch zivile Unterstützungskräfte, etwa Menschen, die pandemiebedingt in Kurzarbeit sind, übernommen werden. Um die Intensivkapazitäten zu schonen, sind die Freihaltepauschalen wieder für alle Kliniken zu gewähren und nicht notwenige Eingriffe zu verschieben. Nicht zuletzt braucht es mehr als Aufrufe und warme Worte, um ausgebildetes Pflegepersonal, welches inzwischen in anderen Berufsfeldern arbeitet, für den Einsatz im Gesundheitssystem zurückzugewinnen. Beispielhaft könnten hier Rückkehrprämien gezahlt werden.

Ganz zentral ist dabei, dass wir die Lehren aus dieser Pandemie nicht mit der Verfügbarkeit des Impfstoffes ad acta legen. Den Pflegenotstand bekommen wir mittelfristig nur in den Griff, wenn Bezahlung und Arbeitsbedingungen endlich der Bedeutung dieses Berufes für unsere Gesellschaft angepasst werden.“

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