Linksfraktion.Hessen: Schulen brauchen gute Ausstattung und Unterstützung statt unrealistischer Versprechen des Kultusministers

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Anlässlich der Pressekonferenz des Kultusministers zum Schulstart in der nächsten Woche erklärt Elisabeth Kula, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Auch dieses Jahr hat die Landesregierung die Sommerpause nicht genutzt, um Vorkehrungen für einen sicheren Präsenzbetrieb an den Schulen zu treffen. Bei Luftfiltern wird die Verantwortung auf die Schulträger geschoben und eine eigene Impfkampagne an den Schulen soll es auch nicht geben. Und das obwohl Ende September die Impfzentren schließen sollen. Gleichzeitig verspricht Kultusminister Alexander Lorz (CDU), dass es keinen Wechsel- oder Distanzunterricht mehr geben werde. Wie lange ein solches Wahlkampfgeschenk Bestand haben wird, muss sich noch zeigen.“

In NRW hätte die Kultusministerin auch Präsenzunterricht versprochen, so Kula, auf Grund der hohen Inzidenzen seien dort aber wieder ganze Klassen in Quarantäne. Statt den Eltern Sand in die Augen zu streuen, hätte sich Lorz ehrlich machen und die Schulen auf den Herbst vorbereiten sollen.

„Es ist erschreckend, dass seit einem Jahr die gleichen Probleme beklagt werden und sich fast nichts verbessert hat. Klassenräume sind kaum mit Luftfiltern oder Lüftungssystemen ausgestattet, viele Schulen haben immer noch kein funktionsfähiges WLAN, die Schulbusse sind weiter überfüllt. Man hat sich auch nicht um zusätzliche Räumlichkeiten für Klassenteilungen gekümmert und es bleibt bei nur zwei Tests pro Woche. Jetzt so zu tun, als gehe die Pandemie ohne weitere Maßnahmen an den Schulen vorbei, ist trügerisch.

Die Pandemie hat große Probleme des Bildungssystems schonungslos offengelegt und verstärkt. Der Lehrkräftemangel hat sich noch verschärft, gerade an den Grundschulen. Die Belastung der Lehrkräfte hat noch einmal zugenommen. Wie mit der bestehenden Personaldecke auch noch ein wirkungsvolles Aufholprogramm organisiert werden soll, ist ein Rätsel. Notwendig sind endlich bessere Arbeitsbedingungen und A13 auch für Grundschullehrkräfte, um dem Mangel entgegenzuwirken.

Der Kultusminister kann eines besonders gut: die Lage an unseren Schulen schönreden. Unterstützung für die Schulen aus dem Kultusministerium bleibt aber in der Regel aus. Gleichzeitig wird die Verantwortung stets nach unten abgeschoben. Stattdessen müssen wir endlich unser höchst selektives Bildungssystem neu aufstellen. Wir brauchen eine Schule für alle, gut ausgestattet, mit multiprofessionellen Teams, guten Arbeits- und Lernbedingungen sowie kostenfreien, echten Ganztag, um kein Kind zurückzulassen.“

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