Linksfraktion: Kampf gegen Hunger muss ins Zentrum der Entwicklungspolitik

„Eigentlich müsste Deutschland aufgrund seines Reichtums seiner internationalen Verantwortung zur Bekämpfung von Hunger und Armut endlich gerecht werden. Doch seit Jahren sind die deutschen Entwicklungsausgaben für die ärmsten Länder der Welt (LDC) rückläufig“, erklärt Helin Evrim Sommer, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute veröffentlichten Berichts der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD). Sommer weiter:

„Die Corona-Krise hat die Wirtschafts- und Hungerkrise dramatisch verstärkt. Die Zahl der Hungernden stieg in diesem Jahr auf etwa 820 Millionen Menschen. Diese Lage sollte die reichen Länder zum sofortigen Handeln bewegen. Deutschland muss seinen Beitrag zur Armutsbekämpfung entsprechend seines Reichtums erhöhen und 0,2 Prozent seines Brutto-Nationaleinkommens (BNE) für die ärmsten Länder (LDC) bereitstellen.

Die Hilfe der reichen Länder darf sich aber nicht auf weitere Kredite beschränken. Die jüngste Vergangenheit hat uns gelehrt: Kredite verstärken die Verschuldung der Staaten und führen mitunter zum Staatsbankrott. Deswegen müssen die Finanzhilfen für die verarmten Länder möglichst über direkte Budgethilfen geleistet werden, denn diese eröffnen den Staaten jene Handlungsspielräume, um aus eigener Kraft Maßnahmen gegen die Hungerkrise umzusetzen.

Ferner muss Deutschland seinen Betrag für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auf 450 Millionen erhöhen und langfristig zusichern. Nur so lässt sich eine finanzielle Planungssicherheit bei der internationalen Hungerbekämpfung gewährleisten.“

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