Linksfraktion: Kultusminister handeln an Bedarfen der Menschen vorbei

„Die Bundesregierung muss Schulen endlich entlasten, anstatt weiterhin die eindeutig formulierten Schutzbedarfe der Schulen zu überhören. Ob Ansteckungsrisiken, Öffnungen, Raumluftfilter oder Tests und jetzt Nachhilfe – die KMK ignoriert sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse und handelt weiterhin an den Bedarfen der Menschen vorbei“, erklärt Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den aktuellen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK). Birke Bull-Bischoff weiter:

„Was Lehrkräfte, Schüler und Eltern jetzt brauchen, sind Planungssicherheit, funktionierende Schutzkonzepte und vor allem Entlastungen. Und das betrifft auch die elende Testeritis und der Druck auf Ergebnisse. Die Akzeptanz unterschiedlicher Lerntempi müssen nun langsam zur Normalität in der Schule werden. Dafür braucht es ausreichend Pädagogen, mehr Zeit und Raum für diejenigen, die beides benötigen. Schutz und Einfühlungsvermögen sind jetzt gefragt, nicht Lernstandsanalysen, Tests und Prüfungsstress. Falls Lernrückstände entstehen, können diese im nächsten Schuljahr nachgeholt werden.

Wir brauchen Personal, digitale Ausstattung und die Bereitschaft von Bund und Ländern, Übergänge und Abschlüsse im Pandemiejahr stark zu vereinfachen und länderübergreifend anzuerkennen. Die Pandemie darf nicht zum Vorwand für noch mehr Belastung für Lehrende und Lernende werden, während die Mangelwirtschaft an Schulen einfach fortgesetzt wird. Die Osterferien müssen jetzt genutzt werden, um die Schutzkonzepte stabil aufzubauen, eine Abkehr von Inzidenzzahlen darf es nicht geben.

Junge Leute, die die Schule verlassen, brauchen eine Ausbildungsgarantie. Nötigenfalls muss außerbetriebliche Ausbildung vorübergehend geöffnet werden. Finanziert werden kann das durch eine solidarische Umlagefinanzierung.“

Nachrichtenquelle: Read More