Linksfraktion: Menschenleben retten durch eine neue Drogenpolitik

„Jahr für Jahr zeigt sich das Scheitern der Drogen-Prohibitionspolitik. Das ‚Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität‘ lässt eine stetige Zunahme von illegalen Drogenimporten vermuten, und laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung ist die Zahl der Drogentoten im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent gestiegen. Erste Zahlen deuten darauf hin, dass auch 2020 die Zahl nochmals weiter ansteigen könnte. Wir brauchen endlich eine Abkehr von der gescheiterten Drogenpolitik, um Menschenleben zu retten“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Vorstellung des 7. Alternativen Drogen- und Suchtberichts. Movassat weiter:

„Es ist schwer nachvollziehbar, wie angesichts dieser Entwicklungen noch an der aktuellen Drogenpolitik festgehalten werden kann. Seit Jahren werden wissenschaftliche Erkenntnisse und die Meinung der Fachwelt – in die der alternative Drogen- und Suchtbericht einen Einblick gibt – von der Bundesregierung größtenteils ignoriert. Hinzu kommt das Versagen der deutschen Drogenpolitik bei den legalen Drogen. Schätzungsweise 74.000 vorzeitige Todesfälle durch Alkoholkonsum und 121.000 durch Tabakkonsum sind jedes Jahr zu verzeichnen. Es bedarf neuer Wege, um diese hohe Zahl der Todesfälle durch legale und illegale Drogen zu senken. Dazu brauchen wir dringend ein umfassendes Werbeverbot für legale Drogen wie Alkohol und Tabak. Zudem muss die völlig zielverfehlende Kriminalisierung von Konsumenten illegaler Drogen endlich ein Ende haben. Menschen mit Suchtproblemen brauchen Hilfe und keine Werbung oder Bestrafung. Die Prohibition hindert Menschen nicht daran, Drogen zu konsumieren. Zur Reduzierung von Konsumrisiken fordert DIE LINKE daher einen staatlich regulierten Zugang zu bisher illegalen Substanzen und eine schadensmindernde Regulierung der legalen Drogen.“

 

Nachrichtenquelle: Read More