Linksfraktion: Missbrauch von Kindern als Soldaten ächten

„Schätzungsweise 250.000 Kinder wurden im letzten Jahr in bewaffneten Konflikten als Soldaten missbraucht. Die Bundesregierung muss die körperlich-psychische Gesundung und soziale Reintegration ehemaliger Kindersoldaten zu einem vordringlichen Ziel in der Entwicklungszusammenarbeit machen und mit konkreten Maßnahmen unterstützen“, fordert Helin Evrim Sommer, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum Red Hand Day am 12. Februar. Sommer weiter:

„Insbesondere islamistische Terrororganisationen wie Boko Haram, Al-Shabaab, Taliban, der Islamische Staat und die Hisbollah haben verstärkt Kinder für militärische Zwecke rekrutiert. Sie wurden teilweise selbst aus Waisenhäusern entführt oder ihren Eltern abgekauft, um sie als Waffenträger und für Selbstmordattentate auszubilden oder als Sexsklaven für bewaffnete Kämpfer einzusetzen. Darunter sind erst Siebenjährige und auch Mädchen.

Ein menschenrechtsverletzender Umgang mit ehemaligen Kindersoldaten in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit muss Folgen haben, zum Beispiel den Entzug von Privilegien bei der finanziellen Zusammenarbeit zu Vorzugskonditionen und die sofortige Einstellung der Zusammenarbeit im Sicherheitssektor. Allein im Irak wurden zeitweilig mehr als 5.000 Kinder inhaftiert, die mutmaßlich den IS unterstützt haben und laut internationalen Menschenrechtsorganisationen in den Gefängnissen oft gefoltert wurden. Im Unterschied zur Autonomieregion Kurdistan/Nordirak gelten im Zentralirak bereits Neunjährige als strafmündig. Statt unmenschlicher Behandlungen brauchen diese Kinder Schutz und Beistand. Eine verlorene Generation im Irak zu verhindern, muss Verpflichtung der Entwicklungszusammenarbeit sein und ist die einzige Chance der Kinder auf eine menschenwürdige Zukunft in der irakischen Gesellschaft.

DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, jedes Jahr mindestens 200 Millionen Euro im Bundeshaushalt für Hilfen für Kinder in bewaffneten Konflikten bereitzustellen. Die Mittel sollen dazu dienen, die psycho-sozialen Traumata zu behandeln, durch nachholende Bildungs- und Ausbildungsangebote Rückkehrchancen ins zivile Leben zu eröffnen sowie der Rekrutierung von neuen Kindersoldaten vorzubeugen. Kinder haben das Recht auf eine Zukunft ohne Krieg und Gewalt.“

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