Linksfraktion.Sachsen-Anhalt: CDU-Pläne für pädagogische Hochschule sind unehrlich, rückschrittlich und teuer

Zu den Berichten über Inhalte des CDU-Wahlprogramms, nach denen die CDU in der nächsten Wahlperiode wesentliche Teile der Lehrerausbildung aus der Martin-Luther-Universität herauslösen und in eine neu zu gründende pädagogische Hochschule überführen will, erklärt der Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher, Thomas Lippmann:

„Mit diesem Vorschlag zieht die CDU einen alten Hut aus der Kiste und verfolgt ganz andere Ziele, als angeblich die bessere Lenkung der Studierenden in die dringend benötigten Mangelfächer. Das wird schon daran deutlich, dass nicht die gesamte Lehrerausbildung an dieser Pädagogischen Hochschule stattfinden soll, sondern nur die für Grund-, Sekundar- und Förderschulen. Die Erklärung, weshalb Gymnasiallehrkräfte weiter an der Universität bleiben sollen, obwohl hier die gleichen Probleme in der Fächeranwahl bestehen, bleibt die CDU wohlweißlich schuldig.

Der Vorschlag einer Pädagogischen Hochschule für Sachsen-Anhalt wurde von der CDU bereits 2008 in die Beratungen des damals vom Landtag eingesetzten Bildungskonvents eingebracht und von dem hochrangig besetzten Gremium mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Lehrer*innen-Ausbildung muss deutlich erweitert sowie gestärkt und die Auswahl der Fächer muss mehr auf die Mangelbereiche fokussiert werden – aber das kann und muss innerhalb der Verhandlungen mit den beiden Universitäten erfolgen.

Das von der CDU verschwiegene eigentliche Ziel besteht aber offenkundig darin, die Lehrer*innen-Laufbahnen wieder zu trennen – in scheinbar höherwertige, die an einer Universität ausgebildet werden (Gymnasien und berufsbildende Schulen) und in geringerwertige, für die die Ausbildung an einer Hochschule ausreicht. Am Ende läuft eine solche Spaltung vor allem darauf hinaus, die Lehrkräfte für die verschiedenen Schulformen nicht nur unterschiedlich auszubilden, sondern auch weiter unterschiedlich zu bezahlen. Mit einer solchen rückwärtsgewandten Struktur würde sich Sachsen-Anhalt diametral gegen die bundesweite Entwicklung in der Lehrer*innen-Ausbildung stellen.

Marco Tullner hat, seitdem er im Landtag ist, Haushaltsentscheidungen mit zu verantworten, die die Hochschulen geschwächt, die allgemeine Lehrer*innen-Bildung in Magdeburg geschlossen und in Halle massiv reduziert haben. Statt jetzt viel Geld für die sinnlose Neugründung einer zusätzliche Hochschule zu verschwenden, sollte mehr Geld in die Verbesserung der Lehrer*innen-Bildung in Halle und Magdeburg investiert werden, um Studienplätze auszubauen und attraktiver zu machen. Dazu gehören lehramtsspezifische Veranstaltungen in den Fächern und die Stärkung der didaktischen Ausbildung und Forschung. Eine exzellente Lehrer*innen-Bildung muss zum Aushängeschlid für das Land werden.“

 

Magdeburg, 18. Januar 2021

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