Linksfraktion: Schulden-Erlass statt weiterer Kredite für Entwicklungsländer in Corona-Zeiten

„Die Entwicklungsländer brauchen den Erlass ihrer Schulden und keine weiteren Kredite. Dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP zufolge würde eine umfassende Stundung der Schulden der 132 sogenannten Entwicklungsländer ermöglichen, knapp drei Milliarden Menschen ohne Einkommen vorübergehend mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu versorgen“, erklärt Helin Evrim Sommer, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Veröffentlichung des UNDP-Berichts zum vorübergehenden bedingungslosen Grundeinkommen „Temporary Basic Income“ für 132 Entwicklungsländer. Sommer weiter:

„Die Bundesregierung sollte den Vorschlag des UNDP übernehmen und sich darüber hinaus auf EU-Ebene sowie bei IWF und Weltbank für einen Schuldenerlass einsetzen. Deutschland hat, wie die meisten reichen Staaten, die finanziellen Möglichkeiten, Schulden zu erlassen. In der Corona-Krise müssen die Geberländer und Geberorganisationen wie IWF und Weltbank von ihrer Politik abrücken, mit Krediten und damit weiterer Verschuldung die Finanzprobleme von Entwicklungsländern zu vergrößern. Laut UNDP müssen die Entwicklungsländer allein in diesem Jahr 3,1 Billionen US-Dollar zur Schuldentilgung aufbringen. Hingegen wären monatlich nur 199 Milliarden US-Dollar notwendig, um in 132 Staaten 2,7 Milliarden Betroffene zu unterstützen und das Pro-Kopf-Einkommen auf 5,50 US-Dollar pro Tag zu erhöhen, hat das UNDP errechnet. Bei einem Schuldenerlass würden zusätzliche Spielräume für eigene Investitionen der Entwicklungsländer in Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge ermöglicht.

Die coronabedingte Krise macht den Schuldenschnitt unumgänglich. Anderenfalls drohen Armut und Hunger in der Welt zu explodieren. Der Kreislauf der bisherigen Abhängigkeiten muss unterbrochen werden, damit die ärmeren Entwicklungsländer auf eigene Füße kommen können.“

 

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