Linksfraktion: Weltnichtrauchertag: Gesundheit vor Profite

„Weltweit rauchen etwa 1,3 Milliarden Menschen. Auch in Deutschland greift noch etwa jeder vierte Erwachsene zu Tabakprodukten. Kein anderes Suchtmittel richtet so viel gesundheitlichen Schaden an wie die Tabakzigarette: sieben Millionen Menschen sterben jährlich weltweit vorzeitig infolge des Tabakkonsums. Dabei schadet Tabak nicht nur den Konsumierenden selbst, sondern auch Passivrauchern und Menschen, die auf den Tabakplantagen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten“, so Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai. Movassat weiter:

„Der Nichtraucherschutz ist ein wichtiges Anliegen, das viel zu wenig Beachtung findet. Die Profitinteressen der Tabakindustrie stoßen hingegen in der deutschen Politiklandschaft noch immer auf offene Ohren. Bei der Tabakkontrollpolitik schneidet Deutschland mangelhaft ab, weil zu wenig dagegen getan wird, dass die Tabakindustrie Menschenrechte auf Gesundheit und Leben verletzt. 16 Jahre nach Inkrafttreten der WHO-Tabakrahmenkonvention nimmt Deutschland die Regulierung der Tabakindustrie und die Reduzierung des Tabakkonsums noch immer nicht ernst genug: ein löchriges Tabakwerbeverbot, äußerst moderate Steuererhöhungen, kaum Verkaufsbeschränkungen und viel zu wenig staatliche Gelder für Aufklärungskampagnen sind eine beschämende Bilanz. 

Eine umfassende und wirksame Tabakkontrolle ist überfällig. Die Interessen der Tabakindustrie dürfen nicht länger über unserem Recht auf Gesundheit stehen. Wer rauchen will, soll für sich rauchen dürfen – aber nicht für andere. Das heißt, Nichtraucher müssen noch deutlich besser vor Passivrauch geschützt werden. Und wer mit dem Rauchen aufhören möchte, muss dabei unterstützt werden. Fast zwei Drittel der Raucher haben bereits erfolglos einen Rauchausstieg versucht. DIE LINKE fordert deshalb den Ausbau zielgerichteter Angebote zur Tabakentwöhnung und vor allem eine Kostenübernahme der Entwöhnungstherapie durch die Krankenkassen. Die Quote der Raucher kann und muss in Deutschland noch deutlich sinken. Dieses Ziel gilt es gegen die Interessen der Tabakindustrie durchzusetzen.“

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