Niema Movassat, MdB: Zum Schutz der Kinder: Der gesellschaftliche Umgang mit Alkohol muss sich ändern

Zum Schutz der Kinder: Der gesellschaftliche Umgang mit Alkohol muss sich ändern

Pressemitteilung Bundestag

martin
8. September 2020 – 17:53

„Alkoholkonsum hat viele gravierende Folgen – nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für Dritte. Etwa 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil auf. Zudem leben hunderttausende Menschen mit alkoholbezogenen Störungen als Folge von Alkoholkontakt bereits im Mutterleib“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September. Movassat weiter: 

„Das Wissen, dass auch geringe Mengen Alkohol während der Schwangerschaft schädlich sein können, ist mittlerweile relativ weit verbreitet. Jeder Schluck Alkohol ist deswegen bedenklich, weil der Alkohol direkt über die Plazenta zum Kind gelangt und ein Embryo keine und ein Fötus nur geringe eigene Möglichkeiten zum Abbau von Alkohol hat. Dennoch konsumiert etwa jede vierte bis fünfte Frau mindestens einmal während der Schwangerschaft Alkohol. Daher kommen nach wie vor schätzungsweise jährlich über 10.000 Kinder mit alkoholbezogenen Störungen (FASD) zur Welt. Diese Kinder sind ihr Leben lang gesundheitlich beeinträchtigt und haben häufig Probleme bei der Bewältigung des Alltags. 

Allerdings ist der Appell ,Kein Alkohol in der Schwangerschaft‘ nur bedingt wirksam, um dieses Problem anzugehen. Natürlich braucht es mehr Aufklärung, aber viele der Mütter sind alkoholabhängig, psychisch krank oder bemerken die Schwangerschaft erst nach mehreren Wochen. Hierfür brauchen wir mehr Sensibilisierung für problematische Konsummuster und einen Wandel beim gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol. Eine Gesellschaft, in der Alkohol beworben, Alkoholabstinenz oft kritisch beäugt und der alkoholabhängige Mensch häufig stigmatisiert wird, trägt zu wenig dazu bei, Kinder vor erwachsenem Alkoholkonsum zu schützen. Deshalb braucht es mehr Aufklärung, mehr Unterstützung für Alkoholkranke und endlich ein Werbeverbot für Alkohol!“


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