Pia Zimmermann, MdB: Besser als nichts – vorerst

Niedersachsen. Nach der novellierten Impfverordnung (CoronaImpfV) haben priorisierte Personen der Stufe 1 im Alter von 18-64 Jahren ausschließlich einen Impfanspruch auf den Impfstoff der Firma AstraZeneca. Ein Vektorimpfstoff mit nachgewiesen geringerer Wirkung, insbesondere gegen die sogenannte „Südafrika-Mutation“ B.1.351. DIE LINKE. Bundestagsabgeordnete und pflegepolitische Sprecherin Pia Zimmermann fordert klare Zusagen auf Nachimpfungen mit wirksameren mRNA-Impfstoffen und Wahlfreiheit. Die Wahrscheinlichkeit, beruflich früher oder später mit Corona-Mutationen in Berührung zu bekommen, sei für Mitarbeiter*innen des gesamten Gesundheits- und Rettungswesens besonders hoch. 

„Angesichts geringer Verfügbarkeiten mag eine Impfung mit AstraZeneca vorerst besser als nichts erscheinen. Aber Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens und pflegende Angehörige dürfen nicht länger als Vernutzungsmasse behandelt werden. Es muss klar geregelt werden, dass alle, die sich impfen lassen wollen, den Impfstoff frei wählen können. Wenn sie dafür längere Wartezeiten in Kauf nehmen, ist diese persönliche Entscheidung zu respektieren. Außerdem müssen Pflegekräfte und andere Personen der Priorisierungsstufe 1 unter 65 Jahren die garantierte Möglichkeit einer Nachimpfung mit den bislang wirksameren mRNA-Impfstoffen bekommen, sobald ausreichende Mengen dieser Impfstoffe zur Verfügung stehen.“

Zimmermann erläutert weiter: „Erst wurden Pflegekräfte als Systemrelevant verehrt, dann öffentlich in unsäglichen Debatten über Impfbereitschaft zerrissen. Ihre Arbeitsbedingungen waren schon vor Corona schlecht bis katastrophal. Sie können nun nicht auch noch mit einem  geringer wirksamen Impfstoff abgespeist werden, während sich rücksichtslose und unsolidarische Klinik-Chefs noch schnell eine Immunisierung mit den wirksameren mRNA-Impfstoffen ergaunerten. Es ist verständlich, wenn sich diese Personen zunehmend als beliebig einsetzbares Material behandelt fühlen und zornig werden, obwohl sie für uns alle unverzichtbar sind“.

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