Präsentismus: mehr als zwei Drittel gehen krank zur Arbeit – Systemrelevante Berufe besonders stark betroffen

Zusammenfassung: Präsentismus
beschreibt die Problematik, dass Beschäftigte zur Arbeit gehen, obwohl sie
krank sind. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland geben an,
mindestens einmal im Jahr krank zur Arbeit zu gehen (68,6 Prozent).  Befragte geben durchschnittlich an etwa vier
Mal im Jahr krank zur Arbeit zu gehen, an etwa zwölf Tagen. Nur ca. 16 Prozent
blieben ausschließlich zuhause und jeder Fünfte ging bei Krankheit immer
arbeiten (21 Prozent).

In bestimmten
Branchen, besonders in systemrelevanten Berufen, ist Präsentismus stärker
verbreitet wie in Bauberufen (4,6 Mal, 13,2 Tage), in der Landwirtschaft (4,1
Mal, 13,5 Tage), in Sozial- und Erziehungsberufe (4,1 Mal, 11,2 Tage und in
Gesundheitsberufen (3,9 Mal, 10,9 Tage). Die Problematik ist stärker in Branchen
verbreitet, in denen die physische Präsenz am Arbeitsplatz erforderlich ist.

Mögliche Ursachen für Präsentismus sind die generelle
Einstellung der Beschäftigten zur Arbeit, die betriebliche Unternehmenskultur,
die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung, konjunkturelle Faktoren und
die Angst um den Arbeitsplatz Präsentismus geht mit
Produktivitätsverlusten einher, die oftmals höher sind, als die Kosten, die
entstehen, wenn erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Hause bleiben und
sich auskurieren. Denn gehen sie trotzdem zur Arbeit, laufe sie Gefahr, ihre
Krankheit zu verschleppen und zu verschlimmern.

O-Ton Jutta Krellmann, MdB, Sprecherin für
Mitbestimmung und Arbeit, DIE LINKE im Bundestag:
„Niemand sollte krank zur Arbeit gehen.
Arbeitgeber haben die Pflicht, dass zu verhindern. Die Corona-Krise zeigt uns
deutlich die Gefahren von sogenanntem Präsentismus. Viele schleppen sich aus
Pflichtgefühl krank zur Arbeit, weil die Kollegen sonst die viele Arbeit nicht
schaffen. Es trifft gerade  die
Beschäftigten, auf die wir in der Corona-Krise am stärksten angewiesen sind.
Schon vor der Krise war in vielen Betrieben und Einrichtungen die Arbeitslast
entschieden zu hoch. Viel zu wenig Personal, musste immer mehr, in immer
weniger Zeit leisten. Dieser Druck muss endlich runter, er gefährdet Gesundheit
und Sicherheit. Entlastung bringen gute Tarifverträge und mehr Mitbestimmungsrechte
für Betriebsräte. Sie müssen auch über eine Mindestpersonalbemessung
mitentscheiden können. Beides brauchen wir besonders in Pflege und Handel, wo
Beschäftigte derzeit unglaubliches leisten.“

Hier findet ihr die Auswertung der kleinen Anfrage
Hier geht es zur Anfrage und zur Antwort der Bundesregierung

Zusammenfassung: Präsentismus beschreibt die Problematik, dass Beschäftigte zur Arbeit gehen, obwohl sie krank sind. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland geben an, mindestens einmal im Jahr krank zur Arbeit zu gehen (68,6 Prozent).  Befragte geben durchschnittlich an etwa vier Mal im Jahr krank zur Arbeit zu gehen, an etwa zwölf Tagen. Nur ca.Read More