Sabine Zimmermann, MdB: Anteil älterer Menschen in Deutschland höchst unterschiedlich – in der Stadt Suhl ist rund jede/r dritte über 65, in Frankfurt am Main nur jede/r sechste

Über jede/r fünfte in Deutschland (21,8
Prozent) war Ende 2019  65 Jahre und
älter, im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) 21,1 Prozent, in den neuen
Ländern (ohne Berlin) 26 Prozent. Die Stadt Suhl hatte mit 32,7 Prozent den
höchsten Anteil über 65-Jähriger, die Stadt Dessau-Roßlau auf dem Folgeplatz
31,9 Prozent. Die niedrigsten Anteile gab es mit 15,6 Prozent in Frankfurt am
Main und in Freising mit 16 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in
Deutschland lag Ende des Jahres 2019 bei 44,5 Jahren, im früheren Bundesgebiet
(ohne Berlin) bei 44,1 und in den neuen Ländern (ohne Berlin) bei 47,2. Das
höchste Durchschnittsalter nach Kreisen und kreisfreien Städten gab es mit 50,8
Jahren in der Stadt Suhl, gefolgt von der Stadt Dessau-Roßlau mit 50,4. Das
niedrigste Durchschnittsalter lag mit 40,4 Jahren in der Stadt Heidelberg vor,
den zweitniedrigsten Wert gab es in der Stadt Freiburg im Breisgau mit 40,6
Jahren.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung
auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Die
Sozialexpertin der Fraktion DIE LINKE, die auch Vorsitzende des Ausschusses für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend ist, erklärt dazu:

„Die Alterung der Gesellschaft und das Leben
im höheren Alter bestreiten zu können ist die zentrale Frage für einen
beträchtlichen Teil der Bevölkerung, in Ostdeutschland in besonderem Maße. Dies
ist natürlich auch eine Auswirkung der großen Abwanderungswelle seit der Wende,
um Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen in Ostdeutschland zu entgehen. Angesichts
des hohen und steigenden Anteils von Älteren an der Bevölkerung ist es eine
wesentliche staatliche Aufgabe für ein altersgerechtes Wohnumfeld,
barrierefreie Infrastruktur und Gehwege, einen Ausbau des öffentlichen
Personennahverkehrs, allgemein für umfassende Barrierefreiheit zu sorgen.
Angefangen von Wohnraum, über Behörden, Arztpraxen, ÖPNV und noch vieles mehr
muss man aber feststellen, dass Barrierefreiheit die Ausnahme und nicht die
Regel ist. Hier müssen alle staatlichen Ebenen deutlich mehr tun. An vorderster
Stelle muss die Bundesregierung koordinieren und ausreichend Finanzen zur
Verfügung stellen. Es müssen auch mehr und bessere spezielle Programme als
bislang zur Herstellung von Barrierefreiheit aufgelegt werden.“

Zimmermann weiter:

„Besonders wichtig ist die Bereitstellung von bezahlbarem
altersgerechten/barrierefreien Wohnraum, idealerweise in zentraler Lage und
nicht am Rand. Hier haben kommunale Wohnungsbaugesellschaften eine besondere
Verpflichtung. Die Kommune sollte grundsätzlich darüber informieren, was für
Angebote es für ältere Menschen gibt. Aber auch Seniorenbeiräte müssen gestärkt
werden. Die fristen bislang ein Schattendasein, werden oft belächelt und nicht
richtig ernst genommen.“


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