Sabine Zimmermann, MdB: Starker Corona-Effekt auf die Beschäftigung – Viele Beschäftigte werden nicht von Kurzarbeit geschützt

Insgesamt ergibt sich auf die Beschäftigung ein Corona-Effekt von minus
1.003.000 Beschäftigten mit Stand Dezember 2020. Bei der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steht ein Minus von 477.000 Beschäftigten.
Die am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige waren das „Gastgewerbe“ mit –
138.000 und das „Verarbeitende Gewerbe“ mit – 128.000
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Für die geringfügige Beschäftigung
(Minijobs) insgesamt errechnet sich ein Corona-Effekt für Dezember 2020 von –
526.000 Beschäftigten. Dabei gehen 300.000 zu Lasten der ausschließlich geringfügig
entlohnten Beschäftigung und 226.000 zu Lasten der Nebenjobs. Der am stärksten
betroffene Wirtschaftszweig war auch hier mit – 260.000 das Gastgewerbe. Eine
merkliche Erholung auf dem Arbeitsmarkt sei vorerst nicht zu erwarten.

(Methodischer Hinweis: Der Corona-Effekt
auf die Beschäftigung lässt sich abschätzen, indem deren Entwicklung in den
Monaten seit Beginn der Pandemie mit der in den entsprechenden Vorjahresmonaten
verglichen wird. Erste Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zur deren
Eindämmung, die Mitte März 2020 getroffen wurden, zeigen sich daher bereits in
den Beschäftigungsdaten vom März 2020. Der Corona-Effekt wird daher im
Vergleich zum Februar errechnet.)

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten
Sabine Zimmermann hervor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion
DIE LINKE erklärt dazu:

„Die verfehlte Krisenpolitik der Bundesregierung hat hunderttausende
Beschäftigte in Arbeitslosigkeit gestürzt. Das Instrument der Kurzarbeit ist
ein löchriger Schutzschirm. Insbesondere Minijobbende sind arm dran, denn sie
haben weder Anspruch auf Kurzarbeitergeld, noch auf Arbeitslosengeld. Viele
Unternehmen, insbesondere auch kleine, haben nur wenig oder keine Corona-Hilfen
der Bundesregierung erhalten und befinden sich seit Monaten in Schieflage. Die
Pleitewelle baut sich bedrohlich auf. Die Bundesregierung muss endlich
Unternehmen und Beschäftigten effektiv helfen.“

Zimmermann weiter:

„Die Krisenabsicherung muss deutlich verbessert werden. Das
Kurzarbeitergeld ist für viele Beschäftigte zu niedrig um davon leben zu können.
DIE LINKE fordert 90 Prozent des Nettoentgeltes sowie ein Mindestkurzarbeitergeld
von 1.200 Euro. Das Arbeitslosengeld muss von 60 Prozent auf 68 Prozent des
Nettoentgeltes erhöht werden. Grundsätzlich ist die Bezugsdauer von
Arbeitslosengeld zu verlängern. Als Sofortmaßnahme muss die Bundesregierung die
Sonderregelung zur dreimonatigen Verlängerung des Arbeitslosengeldes aufgrund
der Corona-Krise schnellstmöglich wieder auflegen. In der Krise zeigt sich ein weiteres Mal, welch
Armutsfalle Minijobs, vor allem für Frauen, sind. Minijobs müssen in
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden.“


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