Susanne Ferschl, MdB: Corona legt die Probleme der Krankenhausfinanzierung offen

„Viele Krankenhäuser schrieben im Jahr 2020 pandemiebedingt rote Zahlen und sind akut von Schließung bedroht. Denn Betten für Corona-Patienten frei halten und lange Liegezeiten ohne lukrative Operationen, bringen im ökonomisierten System der Fallpauschalen kein Geld in die Kassen. Diese Entwicklung bedroht eine notwendige Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich und zeigt überdeutlich, dass es einen Systemwechsel in der Krankenhausfinanzierung braucht,“ kommentiert Susanne Ferschl, Allgäuer Bundestagsabgeordnete die Nachricht, dass die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren das Jahr 2020 mit einem Defizit abschließen. Ferschl weiter:

„Die Corona Pandemie hat dieses Problem der Krankenhausfinanzierung nur offengelegt. Das eigentliche Probleme liegt tiefer: Die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems durch das System der Fallpauschalen sowie die Senkung der Liquidität der Landkreise. Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit sind im Gesundheitsbereich aber völlig fehl am Platz, führen zur Schließungen von Stationen oder schlimmstenfalls ganzer Kliniken und bedrohen so akut die Gesundheit der Menschen.

Kurzfristig müssen die Corona Ausgleichszahlungen des Bundes endlich fließen und die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden. Denn die steigenden Kreisumlagen, Altschulden, Schuldenbremse und nicht zuletzt die Sonderausgaben durch Corona fordern immer mehr Kommunen heraus.

Die LINKE fordert ein solidarisches Finanzierungssystem der Krankenhäuser, das die tatsächlichen Kosten deckt und das Ende der unsäglichen Fallpauschalen. Menschen sind keine standardisierten Fälle, sondern brauchen eine individuelle Behandlung, unabhängig von Kosten. Das Gesundheitswesen muss entprivatisiert werden, das muss doch die Lehre aus dieser Krise sein.“

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