Susanne Ferschl, MdB: Tönnies ist Teil des Schweinesystems

„Diesem Schweinesystem muss der Garaus gemacht werden,
die Ausbeutung osteuropäischer Arbeitskräfte muss beendet werden! Das sind wir
den Beschäftigten und der Bevölkerung schuldig. Sub-Unternehmertum und
Werkverträgen muss ein Ende gesetzt werden, damit sich Arbeitgeber nicht länger
aus der Verantwortung stehlen können“, kommentiert Susanne Ferschl, stellvertretende
Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Bundestag, den Covid-19-Ausbruch beim
Fleischkonzern Tönnies. Ferschl weiter:

„Das Vertrauen ist längst verspielt.
Selbstverpflichtungen haben wenig gebracht und Gesetze werden vielfach
systematisch umgangen. Neben fairen, sicheren und festen Arbeitsverträgen
brauchen wir mehr und aktive staatliche Kontrolle und den Einfluss der Beschäftigten
durch betriebliche Mitbestimmung.

DIE LINKE fordert außerdem einen Personalaufbau bei den
zuständigen Aufsichtsbehörden sowie effektivere Strukturen und
Kontrollstrategien. Darüber hinaus brauchen wir eine zwingende,
manipulationssichere elektronische Arbeitszeiterfassung und ein
Verbandsklagerecht für Gewerkschaften. Zudem sollten Arbeitgeber verpflichtet
werden, Betriebsratswahlen durchzuführen. Der Kabinettsbeschluss vom 20. Mai
dieses Jahres, der das Schlachten und die Verarbeitung von Fleisch ab dem 1.
Januar 2021 nur noch durch Beschäftigte des eigenen Betriebs erlaubt und damit
Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung aus diesem Bereich verbannt, muss
umgehend rechtssicher umgesetzt werden.“


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